Berlin

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Film

Berlin ist nichts für Weichgespülte. Am Anfang habe ich meine Ärmel bis zum Ellenbogen hochgekrempelt und mich Stück für Stück durchgebissen. Mit der Zeit wird man entspannter und gleitet eher, als zu drängeln. Trotzdem bleibt es laut und rough. Dreckig und anonym, aber bunt und voller Liebe. Du erlebst großartige Herzlichkeit und im nächsten Moment drückt dir irgendein Assi „Halt’s Maul Alte“ ins Gesicht. Berlin saugt dich ein, kaut dich kräftig durch und spuckt dich dann wieder aus. Es braucht Zeit, um nicht alles zu persönlich zu nehmen. Abhärten gehört dazu.

Nach 6 1/2 Jahren in der Hauptstadt, lebe ich nun in einer noch größeren und um einiges lauteren Stadt. New York City ist die Superlative und fühlt sich tausendmal intensiver an. Wenn ich jetzt zurückkomme, ist Berlin wie Urlaub. Alle sind super entspannt und bewegen sich deutlich langsamer als in NYC. Ich muss selber darüber lachen, denn vor einigen Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich das mal sage. Ich liebe Berlin und das vermisse diesen großartigen Fleck Verrücktheit jeden Tag. In Berlin bist du frei. Berlin liebt dich so, wie du bist. Ich brauche Berlin, um mich zu erinnern wer ich bin, wer ich war. Berlin ist Familie.

Die Komplexität der Stadt hat der talentierte Alex Soloviev mit seinem Film „Inner Layer“ perfekt eingefangen und du fühlst dich automatisch wie mittendrin.

3 Kommentare

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  2. Alex sagt

    Berlin heute ist wie NY früher. Machen, was man will, wann man es will.
    NY heute ist wie Berlin in 10J sein wird. Durchreguliert, überteuert und auf keinen Fall Bier auf der Straße.

    • Profilbild von Wenke

      @Alex Auf keinen Fall Bier auf der Straße ist für jemanden der jahrelang in Berlin gewohnt hat, jeden Tag ein Struggle 🙂

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