ICON Undead

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Leben / Musik

Photo: ICON

Fast bis um die Ecke reichte die meterlange Menschenschlange. Einige verrückte Partypeople übernachteten in Zelten, um zu den Ersten zu gehören. Sogar aus dem Irak reisten sie an. Am vergangenen Samstag hieß es endgültig Abschied nehmen. Der Berliner Club ICON feierte mit der „Absolutely Last ICON Session For Our Drum ‚N‘ Bass Family“ die letzte echte Party. Unvorstellbar was ich in diesem Prenzlberg-Schuppen die vergangenen Monate erlebt habe. Seitdem ich vor fast 5 Monaten nun schon vom Drum ’n‘ Bass infiziert wurde, schenkte mir das Icon mit seinen wöchentlichen Samstagsveranstaltungen einen schon fast beängstigend intensiven emotionalen Input, der mir bis heute eine minutenlange Gänsehaut beschert. Ich glaube, ich bin einem Club noch nie so dankbar gewesen, wie diesem.

Mit kleinen Unterbrechungen hatte das ICON für 15 volle Jahre seine süßen Pforten geöffnet. Wie ein treuer Freund sorgte es regelmäßig für die wirklich guten Partys. Die, die sich halt für immer im emotionalen Gedächtnis fest fressen. Mit Auftritten von Pionieren und musikalischen Helden, wie Netsky, S.P.Y oder Lenzman, eroberte das ICON im letzten halben Jahr Hals über Kopf mein Herz. Für immer. In diesen mystischen aber gemütlichen Kellerräumen, vertanzte ich literweise Schweiß und füllte meinen imaginären Rucksack mit einer Menge Glück und Melancholie. Ich traf die unterschiedlichsten Menschen und fand auf der Tanzfläche zu mir selbst. Um ehrlich zu sein, ich steppte mir mein verdammtes Leben aus dem Rückenmark. Zu schön um wahr zu sein.

Doch am Ende heißt es tatsächlich: Goodbye ICON, denn die Konzession wurde nicht verlängert. (Obwohl sie hätte verlängert werden können). Mit einem grandiosen Line-Up, was unter anderem aus unglaublichen Calibre und Tunemonster N’Dee (Danke für dein Set. Mein persönliches Highlight) bestand, verabschiedete sich der Kult-Club in der Cantianstraße und hinterließ ein Meer voller Tränen und trauriger Gesichter. Oh ja, das Herz blutete und stach diesmal auch ein wenig. Irgendwann findet alles ein Ende. In dem Fall leider zu früh. Ich hätte mir gerne noch mehr persönliche Emotionsbomben gesichert. Liebes ICON, mir bleibt nur zu sagen: Danke! Deine Bookings waren echte Heartbreakers und ließen mich regelmäßig staunen. Abgefucked stilsicher. So werde ich dich für immer Erinnerung behalten (Bitte mache irgendwann doch wieder auf. Von mir aus auch heimlich). ICON UNDEAD.

2 Kommentare

  1. Im ICON hab ich damals zum ertsen Mal die Sexinvaders gesehn und sofort geliebt 🙁
    Dann war bei mir wohl letztens mit Mike Skinner der letzte Tanz im ikonischen Schuppen, der irgendwie zu klein, aber dann irgendwie doch immer groß genug für alle Party-Raketen war.

    Zum Verschwinden der besten Clubs fehlen mir einfach weiterhin vollends die Worte und die Liste wird immer länger…

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