Der Endgegner

Kommentare 2
Leben

Foto: Johnnie.B

Hallo. Mein Name ist Wenke und Beziehungen sind mein persönlicher Endgegner. Platonische Homeboy-Beziehungen zu potenziellen Seelenverwandten sind kein Problem, sondern die Liebesbeziehung an sich. Ich hasse es mich zu binden, keine Ahnung warum. Aufgestaute Liebe will auf dem schnellsten Weg nach draußen. Aber dann denke ich: Zu gefährlich und wahrscheinlich würde es auch den letzten Weltkrieg aller Weltkriege hervorrufen. Vielleicht ist es das was mir Angst macht. Die Macht der Liebe. Pathetic.

Klar. Beziehungen sind am Anfang schön, neu und irgendwie abenteuerlich. Man reißt sämtliche Bäume miteinander aus und reitet auf den gestohlenen Ponys stolz nach Hause um dort gemeinsam ein Haufen Liebe zu machen. Der aufgehende Sonnenuntergang beendet das kollektive Stöhnen. Zufrieden und ausreichend gefickt geht’s ab in die Träume. Kaum hat man das Glück einmal sauber vom fertigen Teller geleckt, riecht man schon den blutrünstigen Braten. Lechzend und mit weit geöffnetem Maul wartet das tückische Drama am Türrahmen auf dich. Du folgst dem schelmischen Lächeln

Es stinkt nach schlechten Vibes und dein Atem ist plötzlich weg. Er ist kaputt. Zeit mit dem sentimentalen Boxen anzufangen. Hier und da ein bisschen schreien. Erst leise. Dein rebellierendes Seelenunheil schleicht sich dröhnend in alle Ecken der Zuversicht und stopft sie großzügig mit stagnativer Skepsis. Wie der Bass. Wenn er kommt. So richtig subtil und dreckig. Vor so einem Bass kann man nicht wegrennen. Ist sowieso schon zu spät. Bevor man richtig drin war, will man schon wieder raus und heult aus Selbstmitleid auf Dauer-Repeat den eigenen Soul-Blues. Kurz durchatmen um anschließend noch mal richtig na oben zu gehen. In der Ausführung lang und schmerzend singst du die Hook wie die letzte Stimme auf Erden. Kling Kling. Dein Herz läuft falsch.

Mitten drin. Eine selbsterschaffende Misere in endlosen Akten deines eigenen nie geschriebenen Buches. Abgedroschen, oft durchdacht, jedoch selten verspürt trägt es den Titel: Tragik ist Komik in Spiegelschrift. Nur weil du jetzt lachst, findest du deinen emotionalen Haufen Scheiße noch lange nicht witzig. Fatal anale Angstreflexion. Aber ehrlich. Nur deshalb zeichnet dein blasses Gesicht ein kurzen Glücksstrahl. Du mit deiner Liebe. Ich mit meiner. Das hier passt nicht. Komm, wir gehen und reiten zurück zum Anfang.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.