kreativität ist ein arschloch

Kommentare 2
Leben


foto: somuchlovee

Kreativität kann man nicht lernen, erst recht nicht studieren, man muss sie im Blut haben. Selbst wenn man ein scharfes Auge hat, ist es doch nur eine Kopie einer aufmerksamen Beobachtung. Wahrscheinlich kennt jeder den unglaublich befreienden Prozess, Kreativität mit Wort und Farbe in die Unendlichkeit zu meißeln. Nichts kann wahre Inspiration jemals wieder auslöschen. Wie bei dem Anblick eines Fotos oder eines gezeichneten Bildes erinnert man sich bei erneutem Betrachten immer wieder an seine eigene Awesomeness. Verdammt, das Rezept zur Wiederherstellung kennt keiner, will aber jeder. Wahrscheinlich ist Inspiration eine Frage von Schmerz. Umso mehr man davon in sich trägt, umso stärker manifestiert sie sich in Form von Kreativität auf einer selbstinitiierten Plattform. Weißes Papier sollte nie weiß bleiben, sondern schreit nach Personifizierung mit Kontur.

Wenn es mir gut geht und ich mich ausgeglichen und erfüllt fühle, greife icht recht selten zu Schift oder Pinsel. Eigentlich nie. Das ist irgendwie traurig. Warum kann ich aus positiver Energie keine Kreativität schöpfen? Wieso fühle ich Lethargie in Momenten des Glücks? Muss es einem denn immer erst scheiße gehen, um wirklich nachhaltig selbstreflektierende Gedankenpotraits zu schaffen. Ich giere nach diesem Impuls, diesem Auslöser der dich zum Macher werden lässt. Ich will etwas schaffen, etwas was bleibt und sich doch in jedem wiederholenden Moment selbstverständlich offenbart. Ein Streich für die Ewigkeit. Die Ewigkeit gefangen in einem Werk. Anzufangen und es zu tun ist einfach gesagt, wenn man zu viel denkt und gezieltes Handeln unbewusst abtötet.

Schmerz besitzt eine unvergleichliche Effizienz. Er äußert sich authentisch und zeigt niemals Reue. Erinnerungen kollidieren mit der Verdrängungsmethodik, beißen sich, wollen nichts miteinander zu tun haben. Kopfschizophrenie. Am Ende kann man sich nur für eine Sache entscheiden. Die Wahrheit, das Gefühl. Das Ich in mir. Der lauteste Schrei, das lauteste Klopfen. Es ist nicht möglich dich selbst zu übersehen geschweige denn zu verdrängen. Ich bin mein eigener Therapeut, meine Methodik besteht darin die Kreativität zu wecken, zu leben, zu sein. Mehr kann ich nich tun, das ist sicher. Doch wie löse ich sie aus, immer und immer wieder, ohne den Schmerz stetig in der Brust tragen zu wollen?

2 Kommentare

  1. Kreativität kann man lernen oder anders formuliert verbessern. Es gibt einige Methodiken dazu. Einige trainieren eher das kreative Denken und sind so nicht primär auf Gestaltung ausgelegt aber trotzdem eigenen auch diese sich gut, den Kopf von Barrieren zu befreien. Google hilft dir hier schnell weiter und man findet einiges. Wichtig ist nur, das man es versucht und übt, statt darauf zu warten vom Blitz getroffen zu werden.

    Dein zweiter Gedanke, Kreativität wird von Glück nicht gerade gefördert ist gefühlt richtig, aber dennoch falsch. Ist der Mensch glücklich, ändert er nichts. Er sucht nicht nach Auswegen und akzeptiert die Barrieren und Einschränkungen. Im Unglück wird der Scherz verarbeitet, ausgedrückt und nach Hilfe gerufen. Die Motivation ist um ein vielfaches Höher. David Lynch hat lange Zeit so gearbeitet und bewusst aus dem Schmerz geschöpft. Irgendwann kam der Wandel nach der Stagnation. In einem Interview gab es mal an, nun kreativer zu sein, in dem er sich nicht mehr beschränkt und nur aus Negativen Ideen schöpft, sondern die Freiheit des Glücks und der Freude ausnutzt.

  2. @André: Da hast du absolut recht. Klar, kreative Methodiken kann man erlernen bzw. fördern. Doch die benötigte Energie es zu tun bedarf wiederum Inspiration ,diese entsteht öfter wenn man Schmerz empfindet. Wenn man glücklich ist übergeht man sie, schöpft sie nicht aus, weil man zu sehr mit dem glücklich sein beschäftigt ist. Wahrscheinlich braucht man eine Art routinierte Methodik um in Glück in kreative Prozesse zu tranformieren. Ich google mal 🙂 danke André

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.