are you really in love?

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Leben

foto: nikolinelr

Manche Menschen verlieben sich schnell, manche ziemlich schleichend, manche so gut wie nie. Ich gehöre eindeutig der letzteren Kategorie an. Warum, weiß ich selbst auch nicht. Es macht einiges sogar leichter, manchmal ist es aber auch einfach nur deprimierend. Frust rückt an die Stelle, an der eigentlich Glück, Zufriedenheit und Schmetterlinge sitzen sollten.
Freundschaftliche Verbindungen werden schnell intensiv, man fantasiert ohne Ängste. bis es ernst wird, bis es anfängt weh zu tun. Dann blockt man bei Kleinigkeiten, verschränkt sein Herz anstatt es zu öffnen und den einfachen Flow des Beieinanderseins fließen zu lassen. Man schluckt große Steine und weint bittere Tränen. Leiden ohne Perpektive. Träumen mit einem bitteren Stechen in der Bauchgegend. Sehnsucht, keine Erfüllung in Sicht.

Nun registriert man, ich bin verliebt, vielleicht sogar schon mehr. Liebe! Nein das ist unmöglich. Erst wenn ich sie lebe ist sie wahrhaftig, ansonsten nur Träumerei. Lieber geh ich schlafen und weine mich in meine voller Liebe und Zärtlichlichkeit erfüllte Fantasiewelt. Was sonst kann mir in diesem Moment Trost spenden. Wahrscheinlich kennt jeder diesen emotionalen Zustand und fängt an sich daran zu erinnern wie er da je wieder raus kam. Doch was passiert, wenn man weiß das andere, die einem nah und vertraut sind genau diesen Prozess durchleben. Und das genau wegen einem selbst, man sich aufeinmal schuldig, verantwortlich fühlt, jedoch keinen wirklichen Trost spenden kann.

Wie sagt man so schön, man kann sich eben nicht aussuchen, in wen man sich verliebt. So leidet man in seinem unerfüllten Trauerzustand bis zur Schmerzgrenze und wartet bis der Leidensscheiß endlich endet. Was soll man den machen wenn sich ein Freund in einen verliebt und man es nicht erwiedern kann, weil man es eben nicht auf die gleiche Weise fühlt. Versucht man zu verdrängen, vergessen oder sollte man einfach gehen? Diese drei Varianten kenne ich zu gut, habe sie probiert, doch am Ende stellt sich eigentlich nur eine Frage. Wo geht diese unerfüllte Liebe hin? Ich bin mir sicher, dass sie nicht stirbt, aber wo verdammt geht sie hin? Wahrscheinlich zerfrisst sie von Innen deine Seele und hackt auf dem Herz herum, bis es nicht mehr anders kann als zu zerspringen. Und was passiert danach?

7 Kommentare

  1. Mr. E sagt

    Aus der Sicht desjenigen, der sich unglücklich in eine gute Freundin verliebt,
    und in dieser Situation war ich einige Male, kann ich meine 2 Cent in die Runde schmeißen:

    Ja, nicht erfüllte Liebe zerfrisst dir Herz und Seele.
    Ja, wenn du keine Freunde hast, die dich ablenken können, gehst du daran kaputt (ich hab zum Glück welche)

    Und später wirst du etwas mehr verbittert durch’s Leben und es dir aus Angst, diesen Scheiß zu wiederholen,
    zweimal überlegen, bevor du
    1.) Süße, sympathische, attraktive (dir aber zum Teil noch fremde) Mädels aus dem Freundschafts- / Bekanntschaftskreis ansprichst bzw. mit ihnen flirtest, da du nicht wirklich Masochist zu sein scheinst…
    2.) es jemandem „aufs Brot schmierst“, dass du Interesse an diesen Mädels bekundet hast,
    weil niemand so wirklich damit umgehen kann
    (die eine besser als die andere, aber Schwierigkeiten haben alle)

    Der Heilungsprozess, welcher dein Herz aufhören lässt, zu bluten, ist ein langer,
    was mit deiner Seele is, das könnte etwas länger dauern bzw. in depressiven Rückfällen ausarten.

    Soviel dazu… nicht live, aber von der Front, im Kampf um ein kleines bisschen Liebe & Anerkennung,
    ein tapferer Soldat,
    der trotz (oder vielleicht gerade wegen) seiner Eigenschaft als Good Guy noch kein Glück in Sache Liebe hatte.

  2. @Mr.E : deine Traunfrau läuft da draussen noch irgendwo ahnungslos rum, geh raus und schnap sie dir 😉
    @Maria: ja oft ist das wirklich mehr als nur scheiße.

  3. (ß?) sagt

    Das kam zur rechten Zeit.

    Meine Rinde ist zernarbt, vom Einstecken, vor allem aber vom Austeilen von Schmerz.

    Und nun klopft außen Liebe an. Ich kann nicht reagieren.

  4. ein sich abnutzendes wort. eine hülle, leicht abstreifbar. manchmal den inhalt vergessen. vollkommen wichtig.

    und essentiell.

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